Großmeister Miyahira Katsuya

Gründer des Okinawa Shorinryu Shidokan

how to create a site
Foto Sensei Joachim Laupp

Miyahira Katsuya
10. Dan Hanshi
16.08.1918 – 28.11.2010

Großmeister Miyahira Katsuya, der Begründer des Okinawa Shorinryu Shidokan, wurde in Nishihara-cho auf Okinawa geboren und war Schüler von Chibana Choshin. Bis zu seinem Tode war er einer der Haupt-Vertreter des Kobayashi ryu auf Okinawa. Miyahira ist Inhaber des 10. Dan und stand der Okinawa Shorin Ryu Karate do Kyokai (Okinawa Shorin Ryu Karatedo Association) vor.
Mobirise
Großmeister Katsuya auf dem Karatefestival 1991
Mobirise
Mobirise

Einblick in sein Lebenswerk

Die Entstehung des Okinawa Shorinyu Shidokan

Mobirise
Großmeister Miyahira Katsuya wurde bereits im Alter von fünf Jahren von seinem Vater unterrichtet, der von der Toyama-Militärschule kam und gute Kenntnisse in Gymnastik und im Schwertfechten (Kendo) besaß. Sein tiefergehendes Karate-Studium begann im April 1933 unter Chibana Choshin, bei dem er das traditionelle Shuri-te kennenlernte. Hier wurde er von Seniorschülern des Dojos wie Yoshitsugu Teichi, Kangi Shoya, Yasuyoshi Kamikosu, Tsuguyoshi Miyagi, Chozo Nakama und Shinji Tawada beeinflusst. Ab September desselben Jahres konnte er zudem an der Hochschule von Shuri bei Tokuda Anbun, einem weiteren Schüler Itosu »Anko« Yasutsunes, üben. Später vertiefte Miyahira seine Kenntnisse vor allem im Kumite im Dojo von Motobu Choki. 

Der Lehrer

Prägende Erlebnisse in der Mandschurei

Die letzten Jahre des zweiten Weltkriegs verbrachte Großmeister Miyahira als Lehrer in der Mandschurei, wo ihm viel Not und Elend begegneten. Diese Erlebnisse waren unter anderem ein Auslöser dafür, dass er sich nach seiner Rückkehr auf Okinawa entschloss, jungen Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, sich gegen solche Anforderungen besser zu wappnen. So gründete er in seiner Geburtsstadt Nishihara sein erstes Dojo und nannte es Shidokan. Bald folgten im Abstand einiger Jahre weitere Dojos. Ab 1953 unterrichtete Miyahira Karate an der Ryukyu-Universität. Im Jahr 1956 erbaute er das Shidokan-Dojo im Garten seines Hauses in Tsuboya.

Die Dojokun

Die Grundregeln in Großmeister Miyahiras Dojo

Das tradtionelle Shuri-te gründet auf dem Prinzip des Atemi. Zentrale Idee ist, dass ein Block (uke) nicht nur der eigenen Verteidigung gegen den Angreifer dient, sondern gleichzeitig dazu, den Angriff zu vernichten. Idealerweise sollte man die Hände und Füße so trainieren, dass sie einen Zustand erreichen, in dem Kraft und Flexibilität genauso nebeneinander existieren, wie Stahl gleichzeitig hart und elastisch ist. Deswegen sollte man mit dem Makiwara üben, indem man verschiedene Schläge (tsuki) jeden Tag mehr als zweihundert mal mit jeder Hand ausführt. Ziel dieser Übung ist die Gleichzeitigkeit von Angriff und Verteidigung. Großmeister Miyahira hielt sich bei seiner Übung stets streng an die traditionellen Methoden des Shuri-te. Die Grundregeln in Großmeister Miyahiras Dojo lauten dementsprechend:

Versuche, deine eigene Persönlichkeit zu vervollkommnen

Pflege den Geist stetigen Bemühens 

Zügle deinen jugendlichen Eifer 

Beachte die Etikette 

Die Lehre von Sensei Miyahira

Grundprinzip und Ursprung des Shidôkan

Mobirise

gō ri gō hō kyō son kyō ei
»Der Vernunft und dem Recht folgen, in Gemeinschaft leben, gemeinsam erblühen.«

Dies ist das Grundprinzip des Shidôkan – eine Geisteshaltung – die bedeutet, sich unnütze Bewegungen abzugewöhnen, ein Karate anzustreben, dass von Vernunft erfüllt ist, stets Gelassenheit und Gemütsruhe zu wahren, den hitzigen Mann belehren, kein Karate für sich selbst allein, sondern in gemeinschaftlicher Harmonie (team work) anzustreben.
Jubiläums-Taikai 40 Jahre Okinawa Shôrinryû Shidôkan
25. Mai, Heisei 02
Mobirise
Mobirise
Mobirise

Würde haben, nicht ungestüm sein.
Würde haben und auf dem Grunde des Herzens Milde besitzen,
nicht im mindesten ungestüm sein.

Ein Ausdruck aus dem Buch der Gespräche von Konfuzius, mit dem ein Schüler die Persönlichkeit von Konfuzius beschreibt. »Warm und passioniert, würdevoll, ohne wild zu sein, respektvoll und friedlich.« Das wurde als Ideal eines Mannes vollkommener Tugend angesehen.

Vom Ursprung des Shidôkan
Miyahira Katsuya

»Was den Ursprung von Shidôkan betrifft, so geht es darauf zurück, als ich meinem eigenen Karate-Dojo den Namen Shidôkan gab, zurückgehend auf ein Zitat des chinesischen Weisen Konfuzius aus den Aufzeichnungen der Lehrgespräche mit seinem "Buch der Gespräche":

4. Band, Abschnitt 7-6
Den Weg vor Augen, der Tugend verpflichtet, auf Barmherzigkeit basierend.

Sensei Miyahiras Lehre zufolge zeichnet sich der ideale Karateka aus durch »die Hand eines Teufels, aber das Herz eines Buddha«. Die Shidokan-Schule lässt sich nicht auf die sportlichen oder gesundheitlichen Aspekte des Karate beschränken. Vielmehr sieht Großmeister Miyahira in der beständigen praktischen Übung kein eigenes Ziel, sondern ein Mittel zum höheren Ziel der Formung des menschlichen Charakters.

Mobirise
Miyahira Katsuya, 10. Dan Hanshi mit seinem Schüler Joachim Laupp
Großmeister Miyahira sagt: »Es gibt nur wenige Unterschiede zwischen den Shorin-Stilen, die auf Okinawa gelehrt werden, doch die aus Shorin abgeleiteten japanischen Stile haben sich sehr verändert. Ihre Kata haben sich so weit von den Originalen entfernt, dass die Techniken darin praktisch ineffektiv geworden sind. Die korrekte Grundform beizubehalten ist aber von größter Wichtigkeit.«

Würdigung eines Lebenswerks

Noch von Chibana persönlich erhielt Großmeister Miyahira 1967 den Grad des 9. Dan Hanshi. 
Zwei Jahre später, nach dem Tod Chibanas, wurde Großmeister Miyahira sein Nachfolger als Präsident der Okinawa Shorin Ryu Karate do Kyokai. Er war auch Präsident der von ihm gegründeten International Okinawa Shorin Ryu Shidokan Karatedo Association. Im September 1978 erhielt er den Grad des 10. Dan Hanshi. Weiterhin wurde ihm im Jahre 1986 die Präsidentschaft der Karatedo-Föderation der Präfektur Okinawas übertragen. Im Jahre 1989 wurde Großmeister Miyahira für seine Verdienste durch den Japan Martial Arts Council geehrt. Als besondere Ehre für seine Verdienste um die Fortführung der Karatedo Tradition im Sinne seiner Vorgänger wurde ihm im Jahre 1990 der 9. Budo-Verdienstpreis der Konferenz des Nippon Karatedo verliehen. Darauf folgte eine weitere Ehrung Anfang 2001, als Großmeister Miyahira zusammen mit anderen Exponenten des Shorinryu der Titel einer unschätzbaren Stütze der Kultur Okinawas (intangible cultural asset) durch die Präfektur Okinawas verliehen wurde. Großmeister Miyahira Katsuya verstarb am 28.10.2010 nach längerer Krankheit auf Okinawa.

Verbreitung des Okinawa Shorinryu Shidokan

Großmeister Miyahiras eigener Shidokan Stil ist mittlerweile weit über Okinawa hinaus in vielen Teilen der Welt vertreten, so in den USA, in Kanada, Argentinien, Brasilien, den Philippinen, Guam sowie in Frankreich, Spanien und Australien. In Deutschland wird die Shidokan-Schule von Joachim Laupp im Europäischen Zentrum für Okinawa Shorinryu Shidokan Karatedo in Düsseldorf sowie in Trier vertreten; die Schüler von Sensei Laupp unterrichten an weiteren Orten (siehe Shibu Dojos).

© Copyright 2019 - Sensei Joachim Laupp - Okinawa Shorinryu Shidokan Karatedo Deutschland
choose page in english  / Impressum  /  Datenschutz